16. Oktober 2020 · Kommentare deaktiviert für Die Klasse 8b im Museum Industriekultur – ein Bericht · Kategorien: Aktuell

Am 29.09.2020 haben wir, die Klasse 8b der Thomas-Morus-Schule, das Industriemuseum in Osnabrück besucht. Gleich zu Beginn gingen wir in Vierergruppen durch den absolut dunklen Stollen. Das war richtig gruselig! Wir hatten genau wie die Bergleute damals nur eine kleine Öllampe dabei, die kaum Licht abgibt. Am Ende des Tunnels angekommen, erfuhren wir einiges über die damals so begehrte Steinkohle: Aus abgestorbenen Pflanzenresten, die unter sehr sehr großem Druck zusammengepresst wurde, entstand im Laufe der Jahrmillionen die sogenannte Anthrazitkohle. Diese hat einen hohen Brennwert und war deshalb sehr wertvoll. Der Kohlebergbau am Piesberg hatte für die Stadt Osnabrück eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die herschaftliche Architektur des Haseschachtgebäudes repräsentiert noch heute den wirtschaftlichen Aufschwung in dieser Zeit. Ein Modell dieses Gebäudes haben wir uns angeguckt und erfahren, dass die Kohle in ca. 90 m Tiefe abgebaut wurde. Die Zeche wurde aber ziemlich schnell wieder geschlossen, weil es massive Salzwassereinbrüche gab, die letztendlich schon 1898 zur Stilllegung der Zeche führten. Ein Schwerpunkt unseres Besuchs war die Dampfmaschine, deren Erfindung eine zentrale Rolle für die Industrielle Entwicklung spielte. Die ausgestellte Dampfmaschine hatte zu Beginn eine Arbeitsleistung von 20 PS (Pferdestärke). Wir erfuhren, dass eine Pferdestärke bedeutet, dass 75 kg einen Meter hochgehoben werden können. Diese Dampfmaschinen schickten Antriebskräfte über Lederriemen auf andere Maschinen, das nennt man Transmission. Diese anderen Maschinen stehen in der Werkstatt: eine Drehbank, eine Bügelsäge und eine Standbohrmaschine.

Am Ende des Vormittages haben wir uns noch Fotos angeschaut, die zeigen, wie die Menschen damals arbeiteten und lebten. Diese Bilder waren für uns sehr erschreckend, denn die Familien mussten sich die Toiletten mit mehreren anderen Familien teilen. Außerdem hatten sie kein fließendes Wasser, sie mussten es sich aus dem Brunnen holen. Da das Grund- und das Abwasser noch nicht getrennt war, gab es viele Osnabrücker, die an der Cholera erkrankten.Die Menschen in Pye rund um das Bergwerk lebten in kleinen, schmutzigen Hausern, da sie bei der Arbeit nicht viel verdienten. Sie mussten sechs Tage in der Woche arbeiten und hatten nur am Sonntag frei. Ihre Arbeitszeit betrug 14 Stunden pro Tag und als man ihnen den Sonntag als Arbeitstag „aufdrücken“ wollte, haben die Arbeiter wochen- und monatelang gestreikt. So kam es, dass nach nur wenigen Jahrzehnten das Ende des Bergbaus am Piesberg eingeläutet wurde. Heute können wir dank des Museums diese bedeutende Zeit nachempfinden. 

Wir erhielten einen interessanten Einblick in das Thema und verstehen jetzt auch, welche große Bedeutung ein Museum hat: Wissensvermittlung, Forschung, Bewahrung und Ausstellung.