21. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für Zweitzeugen an der TMS · Kategorien: Aktuell

Wie kann es gelingen, (junge) Menschen stark gegen jegliche Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu machen?

Ein Weg ist sicher die Arbeit der Zweitzeugen des Vereins HEIMATSUCHER e.V.. „Jeder der heute einem Zeitzeugen zuhört, wird selbst ein Zeuge werden.“ Dieses Zitat des Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel nehmen die Zweitzeugen zum Anlass, Zeitzeugen des Holocaust zu interviewen, ihre Geschichten zu dokumentieren und, unter anderem, in Schulklassen von der Biographie jeweils eines Überlebenden zu berichten.

Im letzten Sommer war Frau Spirawski, Zweitzeugin von Erna de Vries, im Auftrag des NDR bei uns an der Thomas-Morus-Schule und hat die Schülerinnen und Schüler der damaligen 5c das Schicksal von Frau de Vries „miterleben“ lassen (https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Zweitzeugen-sprechen-fuer-KZ-Ueberlebende,hallonds39458.html ).

Die Klasse war so beeindruckt, dass wir an der TMS in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler aller fünften Klassen zu „Zweitzeugen“ werden lassen wollten. Mit der finanziellen Unterstützung der Darlehenskasse Münster, des Fördervereins der TMS sowie der Eltern konnten wir Frau Ksenia Eroshina vom Verein HEIMATSUCHER e.V. einladen.

Frau Eroshina erzählte von Hannah Pick-Goslar, deren Familie nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nach Amsterdam emigrierte und 1943 nach Bergen-Belsen deportiert wurde. Nur ihre Schwester und Hannah überlebten. Eindrucksvoll wurde den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie sich nach und nach der Alltag der jüdischen Mitbürger zur Zeit der Nationalsozialisten immer mehr veränderte … und letztendlich für Millionen von Menschen der Weg in den Tod führte.

Zum Abschluss des Besuches schrieben die Schülerinnen und Schüler Hannah Pick-Goslar ganz persönliche Briefe, die ihr von Frau Eroshina übergeben werden.

Das Zitat einer unserer Fünftklässlerinnen: „Jedes Kind sollte von Hannah hören, damit so etwas nie wieder passiert.“

 

Sigrid Mäscher