06. März 2018 · Kommentare deaktiviert für Das katholische Profil schärfen · Kategorien: Schulleitungskolumne

Schulleiter Matthias Wocken am 06.03.2018

Eine „Katholische Schule“ sein…

Die Thomas-Morus-Schule ist das doch seit ihrer Gründung in den 1970er Jahren. Was genau müssen wir da schärfen? Das Profil steht, jeder weiß Bescheid, an der TMS hat man gute Karten, wenn man katholisch getauft ist, direkt einen Schulplatz zu bekommen.

Ist das alles? „Katholisch“ als Eintrittskarte? Taufschein = Schulanmeldung? Das macht das Profil der katholischen Schule aus?

BEI WEITEM NICHT !

Der Wunsch aller Menschen, vielmehr ihre Sehnsucht nach Transzendenz, nach einer Antwort auf die wesentlichen Fragen, tatsächlich auf Religion, ist voll da. Er ist viel präsenter als das unsere vermeintlich allgemeingültige Wahrnehmung zulassen möchte. Natürlich hat sich die Form der Religiosität geändert. Ohne Zweifel sind die Kirchen leerer als früher. Sicherlich sind die ehedem auswendig gelernten Inhalte des Katechismus‘ nur noch selten Inhalt der Gedankenwelt unserer Zielgruppe. Aber auf die Antworten von Katholiken zu den elementaren Anfragen hört man bis heute gebannt. Noch mehr, man erwartet sie von uns als konfessionelle Schule. Wir bieten an, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu orientieren, ihnen vertrauensvoll den Weg in ein mündiges Erwachsenleben zu ermöglichen. Unser Bildungsangebot weist über den normalen Lehrplan hinaus, unser Umgang miteinander ist gesprägt von der Gewissheit, uns ganz auf Gott verlassen zu können. Dieser Grundkonsenz im Kollegium der katholischen Thomas-Morus-Schule ist Fundament unserer täglichen Arbeit als Team. Die Nähe zu den Sorgen, Problemen und Ideen der uns anvertrauten Menschen müssen wir nicht diskutieren, sie ist einfach da. Das Streiten und Kämpfen für Wahrnehmungen, Änderungen und das Einbringen der eigenen Meinung ist fruchtbringend möglich, da wir nie die Bodenhaftung, das Vertrauen in unsere christlichen Überzeugungen in Zweifel ziehen müssen. Wir sind katholische Schule, allumfassend in unserer Ansprechbarkeit, Herangehensweise und Offenheit.

Wir brauchen die Vielschichtigkeit in unserer Gemeinschaft. Wir möchten im Kanon der Religionen bilden, vermitteln und verbinden. Wir nehmen unseren inklusiven Auftrag, auch aus der menschlich religiösen Überzeugung her, sehr ernst. Wir freuen uns auf Menschen jeglicher Prägung. Wir erwarten nur eins: Offene Herzen!

Die heutige Kolumne ist ein klitzekleiner Startschuss für einen neuen Bewusstwerdungsprozess, für eine Profilschärfung der katholischen Thomas-Morus-Schule. Ich bin gespannt auf alle Diskussionen, die wir anstoßen und die Ideen, die wir gemeinsam entwickeln.